Als höchster aktiver Vulkan Europas, im Osten Siziliens gelegen, zwischen den Flüssen Alcantara und Simeto, dominiert der Ätna die gesamte Provinz Catania.
Der Vulkan Ätna, in der Antike als die Schmiede des Gottes Vulcano bezeichnet, ist mit seinen 135 km Umfang und 3340 m Höhe das Ergebnis vielfältiger geologischer Prozesse, die über einen Zeitraum vieler Dutzend Jahrtausende aufeinander folgten. Die ersten Vulkanausbrüche gehen auf das mittlere bis untere Pleistozän (vor 570 000 bis 600 000 Jahren) zurück. Das heutige Vulkangebäude hat sich auf den alten Vulkanen Trifoglietto (durch seinen Zusammenbruch entstand der Vulkankrater des "Valle del Bove"), und Mongibello (aus dem Italienischen mons = Berg und dem Arabischen dschebel = Berg, also “Berg der Berge”) gebildet, wobei der Mongibello heute noch aktiv ist.
Die Gipfelregion des Vulkans besteht aus dem zentralen Krater ("Voragine" und "Bocca Nuova"), dem Nordost-Krater (1911) und dem Südost-Krater (1971).
Außer den Hauptkratern sind die "Montagnola" und die "Monti Silvestri" von besonderem Interesse.
Die "Montagnola" ist einer der beeindruckendsten Nebenkegel des Ätna. Sie erhebt sich südlich des zentralen Kraters, hoch oben am Südhang des Vulkans, wo sie sich während des Ausbruchs des Jahres 1763 in einer Höhe von 2500 m ü.d.M. aufgebaut hat.
Die beiden "Monti Silvestri" haben sich während des Ausbruchs des Jahres 1892 gebildet, und zwischen dem oberen und dem unteren der "Monti Silvestri" führt die Straße hindurch, die von Zafferana und Nicolosi her zum Platz des "Rifugio Sapienza" und zu den Einrichtungen der Seilbahn führt, die das Ziel aller Besucher sind, wenn sie sich rüsten, den Aufstieg auf den Vulkan zu beginnen.
In 2900 m Höhe befindet sich der bekannte Torre del Filosofo ("Turm des Philosophen"), ein Gebäude, das nach Empedokles (492 v.Chr. – 430 v.Chr. circa) benannt ist, dem Philosophen aus Agrigent, der den Vulkan bestiegen hatte, um seine verschiedenen Phänomene zu studieren und sich dort niederzulassen. Die Legende erzählt, dass der Philosoph durch einen Sturz in den Krater des Vulkans zu Tode gekommen sei, wobei nicht bekannt ist, ob er hineinfiel oder sich selbst hineinstürzte.
Man nimmt an, dass das Gebäude von Kaiser Hadrian erbaut wurde, der zwischen 117 und 138 n.Chr. mehrmals den Ätna bestieg, angezogen von seiner Erhabenheit und dem weiten Blick auf die Provinz Catania, den man von diesem strategischen Aussichtspunkt aus genießt.
Entnommen aus den Führern "Nicolosi Etna-Sud" und "Parco dell’Etna"